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Montag, 11. Mai 2026
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Editorial FUNKAMATEUR 5/2026


Doppelt zählt nichts

Es ist ärgerlich, wenn ich bei der Auswertung des Logbuchs am Ende einer auf wenige Stunden begrenzten Funkaktivität feststellen muss, dass ein nicht unerheblicher Teil der oft mühsam aus einem kleinen Pile-up oder dem Rauschen herausgekratzten Funkverbindungen mit denselben Stationen erfolgte. Dabei meine ich nicht den erneuten Anruf auf einem anderen Band oder in einer anderen Sendeart, sondern teils nur wenige Minuten später auf derselben Frequenz. Größere DXpeditionen berichten teilweise von 20 % bis 40 % solcher Doppelverbindungen.

Das Ansinnen der betreffenden Anrufer ist mir schon verständlich: Sie möchten ganz sicher im Logbuch verzeichnet sein, weil sich die nächste Möglichkeit zum Erreichen eines raren Gebiets nicht gleich morgen bieten wird. Doch 
aus leidiger Erfahrung ist solches Verhalten selbst bei der Aktivierung von WWFF-Gebieten, also Naturparks, Naturschutzgebieten und ähnlichen Arealen, der Fall. Diese zählen nun wirklich nicht zu den selten besuchten Orten, bei denen ich aber trotzdem meist etwa 3% Doppel-QSOs verzeichne.

Selbst wenn ich als Operator der begehrten Station einen Computer und ein elektronisches Logbuch nutzen und somit Doppel-QSOs schnell erkennen würde, ist die Beschäftigung mit dem erneut auftauchenden Anrufer doch hinderlich. In der gleichen Zeit, in der das Rufzeichen in SSB oder Telegrafie wiederholt und um „QSO before“ bzw. „QSO B4“ ergänzt ausgesendet wird, hätte eine andere Station zu einem neuen Bandpunkt oder gar einem „New one“ gelangen können.

Da ich bei Portabel-Aktivitäten überwiegend das gute alte Blatt Papier und einen Stift zum Loggen verwende, bleiben solche doppelten Einträge häufig bis zur nachträglichen Digitalisierung und Kontrolle verborgen.

Daher kann ich die Beweggründe der Manager des italienischen Zweigs des WWFF-Diplomprogramms, des Italian Flora Fauna Award (IFFA), nachvollziehen, die per Software in allen eingereichten Logs doppelte Funkverbindungen ­löschen. Der Grund ist einleuchtend, denn sonst könnte man im Minutentakt immer wieder dieselbe Station ins Log eintragen. Das nachträgliche Löschen kann jedoch dazu führen, dass die zur Anrechnung im IFFA-Diplomprogramm für den Operator erforderliche Verbindungsanzahl nicht erreicht und das eingereichte Log dann kommentarlos abgelehnt und nicht an die WWFF weitergeleitet wird. Man ist also bei WWFF-Aktivierungen in Italien gut beraten, 
sein Log zeitnah zu kontrollieren oder gegebenenfalls vor Ort einige zusätzliche Reserveverbindungen festzuhalten. Sonst gehen alle komplett leer aus: die sogenannten Jäger und der Aktivierer selbst.

Auch wenn im DLFF-Programm, in dem ich vorwiegend aktiv bin, Doppel-QSOs nicht untersagt sind, schließe ich seit der vergangenen Freiluftfunksaison alle Mehrfachanrufer, die ich nicht live erkannt habe, von einer Bestätigung selbst für die erste Funkverbindung aus. Egal, ob diese klassisch mit einer QSL-Karte oder elektronisch erfolgt. Gerade bei den auf wenige Stunden ­begrenzten Aktivierungen von DLFF-Gebieten verhindern die doppelten und meist lauten Anrufer oft das Durchkommen leiser Stationen.

Bei Aktivierungen mit einem vorher von mir auf der Agenda der WWFF-Website gegebenen Hinweis zu nicht erwünschten Doppel-QSOs blieben diese ­erstaunlicherweise aus. Ließ ich ihn weg, versuchten es prompt wieder einige. Daher werde ich diesen Hinweis auch weiterhin geben und im Anschluss an jede DLFF-Funkaktivität strikt danach handeln. Ich hoffe, dass sich so recht schnell ein Lerneffekt einstellt und dadurch auch leise Stationen mehr Gehör und Eingang ins Logbuch finden.

73/44 de Ingo Meyer, DK3RED/P


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