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Vor 50 Jahren: Inbetriebnahme der Forschungsstation "Georg Forster"

2026-04-21

Amateurfunk von der DDR Georg-Forster-Forschungsbasis; Collage: DL2SWR, QSL-Karten: DL8JDX, DL2SWR, Basisfoto: Prof. Dr. Steffen Wagner/CC0 1.0 Universal
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Am 21. April 1976 wurde mit dem DDR-Basislaboratorium "Georg Forster" in der Schirmacher-Oase die erste deutsche Antarktisbasis in Betrieb genommen. Mit diesem Tag begann die nunmehr 50 Jahre währende, durchgängige deutsche Forschungspräsenz in der Antarktis.

An dieses historische Ereignis und an ein weiteres Jubiläum zur Thematik Antarktis, dem 200. Geburtstag des Polarforschers Georg Balthasar Ritter von Neumayer, erinnern aktuell fünf Sonderstationen (SES): DA0ANT, DM50ANT, DP50ANT sowie vom DARC SES-Team DM50GFS und DA200GVN. (wir berichteten).

Die ganzjährig besetzte Station lag in der Nähe der sowjetischen Nowolasarewskaja-Station in Neuschwabenland, der küstennahen Region in der Ost-Antarktis. Zunächst wurde hier hauptsächlich die Hochatmosphäre erforscht. Ab 1985 lag der Schwerpunkt der Forschungsarbeit auf der Untersuchung des Ozonlochs.

Während des 17-jährigen wissenschaftlichen Betriebs der Georg-Forster-Station arbeiteten dort über 100 Wissenschaftler. Zu den Forschungsteams gehörten auch IT-Ingenieure, die über viele Jahre die Kommunikation mit der Heimat ausschließlich über Kurzwellen-Seefunk (Rufzeichen Y3ZA) sicherstellten. Doch eine direkte Verbindung zwischen Europa und der Station war aufgrund der besonderen Ausbreitungsbedingungen nur selten möglich. Oft erfolgte der Informationsfluss über die Handelsschiffe als mobile Relaisstationen. Zur Übertragung kamen die im Seefunk üblichen Betriebsarten A1A (CW), J3E( SSB) und F1B/F1C (RTTY) zur Anwendung. Detaillierte Informationen zum antarktischen Funkbetrieb von Y3ZA sind auf der Event-Website nachzulesen.

Drei dieser IT-Ingenieure waren auch Funkamateure, die in ihrer Freizeit unter den Rufzeichen Y83ANT (Lothar Diessner, DL4MO), Y88POL (Volker Strecke, DL8JDX) und Y90ANT (Manfred Gronak, DK1BT) vom begehrten sechsten Kontinent zu hören waren. Dr. Volker Strecke, DL8JDX, war zwischen 1988 und 1994 sogar an drei Überwinterungsexpeditionen in verschiedenen Teilen des antarktischen Kontinents beteiligt und letztlich auch als DP0GVN von der Georg-von-Neumayer-Station aus aktiv.

Der wissenschaftliche Betrieb der Forster-Station wurde im Februar 1993 eingestellt und die Anlagen und Einrichtungen in den folgenden drei Jahre lang zurückgebaut. Beräumt und gereinigt wurde das Gebiet dann 20 Jahre nach der Stationsinbetriebnahme, am 12. Februar 1996, der Natur zurückgegeben. Geblieben ist die Aufnahme in die Liste der Historischen Stätten und Denkmäler von geschützten Gebieten der Antarktis nach dem Antarktisvertrag unter der Bezeichnung HSM-87. Interessante visuelle Einblicke zum Leben in der Georg-Forster-Station im Sommer 1983 bietet der bei YouTube verfügbare Dokumentarfilm "Südlandfahrer - Antarktische Impressionen von einer Expedition der DDR von 1983".

Für das Diplomprogramm "50 Jahre deutsche Antarktisforschung" (50ANT) gelten die Verbindungen mit den fünf Sonderstationen noch bis zum 30. April 2026. Heute, am Tag des eigentlichen Jubiläums der Inbetriebnahme am 21. April 1976, werden die Operatoren der SES noch einmal mit einer erhöhten Aktivität punkten. Der Download von über 3000 erfolgreich erarbeiteten Funkamateur- und SWL-Diplomen ist bereits erfolgt und weiterhin mindestens bis zum Jahresende 2026 möglich. Die erreichten Diplompunkte sind automatisch Grundlage für ein Ranking der teilnehmenden Diplomjäger.

Uwe Hansen, DL2SWR

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