Alchemistentraum realisiert: Blei in Gold verwandelt
2025-07-24
Der Traum eines jeden mittelalterlichen Alchemisten – Blei in Gold zu verwandeln – ist am Large Hadron Collider des CERN wahr geworden. Allerdings in praktisch völlig nutzloser Form, wie Nature meldet.
Dazu wurden Bleiatome hochbeschleunigt und aufeinander geschossen. Ganz selten verliert ein Bleiatom dabei drei Protonen und verwandelt sich so einen Goldatomkern. Zwischen 2015 und 2018 hat das CERN insgesamt 86 Mrd. Goldatome gezählt, die aus diesen Blei-auf-Blei-Begegnungen hervorgingen. Das klingt beeindruckend, bis man erkennt, dass es sich gerade einmal um 29 Trillionstel Gramm Gold handelt, das auch jeweils nur Mikrosekunden existiert hat, bevor die Atomkerne wieder zerfallen oder in die Wände des Beschleunigers gekracht sind.
Wenn man das Experiment 300 Mio. Mal durchführt und die winzigen Goldatome auf einem großen Haufen sammeln könnte, erhielte man Gold mit einem Marktwert von etwa einem Dollar. Bei selbstverständlich wahrhaft astronomischen Kosten.
Den teuren und bei solchen Versuchen viel Energie verschlingenden Beschleuniger so zu refinanzieren, ist also nicht möglich. Dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen die Untersuchungen hoffentlich trotzdem; die Ergebnisse wurden in Physical Review veröffentlicht [PDF]
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