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Erklärung für langperiodische Radiopulsare gefunden

2026-07-07

Pulsare [Wikipedia] sind schnell rotierende Neutronensterne, die von Teilen ihrer Oberfläche Radiowellen und Röntgenstrahlen emittieren; durch die schnelle Rotation werden diese als Pulse empfangen. Daher der Name Pulsar. Diese Rotation liegt üblicherweise im Bereich von Sekunden oder Sekundenbruchteilen, bei Millisekundenpulsaren noch darunter, sodass diese Radioimpulse mit Wiederholraten von 50 Hz bis 1500 Hz aussenden.

Aus der Reihe fallen jedoch etwa ein Dutzend bislang entdeckte Sterne, die zwar ebenfalls Radiowellen und Röntgenstrahlung zyklisch abstrahlen, jedoch mit Wiederholraten im Minuten- oder Stundenbereich. Dies sind die sogenannten langperiodischen Radio-Transienten. Man ging bislang davon aus, dass es sich auch hier um Neutronensterne handelt.

Doch bei einem mit dem Radioteleskop ASKAP — Australian Square Kilometre Array Pathfinder — entdecken Objekt, ASKAP J1745−5051, fand man nun etwas Interessantes heraus: Es handelt sich nämlich um zwei Sterne, die sich in sehr geringem Abstand umkreisen. Der erste ist ein Weißer Zwerg, der kompakte Überrest eines ehemals sonnenähnlichen Sterns. Da er nur etwa die Größe der Erde besitzt, ist in ihm eine enorme Masse konzentriert.

Der zweite Stern ist ein Roter Zwerg, deutlich masseärmer, aber mit größerem Durchmesser als der Weiße Zwerg. Beide Himmelskörper umkreisen sich in rund 84 min und liegen dabei so dicht beieinander, dass Materie von einem Stern auf den anderen übergeht: Der Weiße Zwerg zieht kontinuierlich Gas von seinem Begleiter ab. Dieser Vorgang wird in der Astronomie als Akkretion bezeichnet. Das einströmende Material erhitzt sich stark und sendet dabei Röntgenstrahlung aus. Also ein hierfür bereits bekannter Mechanismus.

Unbekannt war jedoch, wie solch langperiodische Radioaussendungen zustande kommen sollen. Radio- und Röntgenstrahlung erreichen bei ASKAP J1745−5051 ihre maximale Intensität nicht gleichzeitig. Das deutet darauf hin, dass beide Signale an unterschiedlichen Orten innerhalb des Systems entstehen.

Nach den Beobachtungen des Teams, die in Nature Astronomy veröffentlicht wurden, entstehen die Radiowellen wohl dort, wo die Magnetfelder beider Sterne miteinander wechselwirken. Dort treffen geladene Teilchen auf starke Magnetfelder und erzeugen gebündelte Ausbrüche von Radiostrahlung. Diese werden von Radioteleskopen auf der Erde als periodische Signale registriert.

DL2MCD

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