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Leipziger Allerlei? Nein, Gehacktes aus Washington!

2025-03-27

Einst halfen russische Hacker Donald Trump an die Macht, indem sie den privaten E-Mail-Account von Hillary Clinton hackten. Damit wurde nicht nur die geplante Wahlkampftaktik der demokratischen Partei publik – die US-Bürger verloren auch an Vertrauen zu Hillary Clinton und ihrer Partei, weil solch wichtige Dinge über einen dafür nicht vorgesehenen, unsicheren Kanal besprochen wurden.

Inzwischen benötigt die aktuelle US-Regierung jedoch keine Hilfe aus Russland mehr; sie schafft es ganz alleine, sich zu blamieren. Der Chefredakteur des „Atlantik“ wurde in eine Signal-Chatgruppe eingeladen, in der militärische Angriffspläne ausgearbeitet wurden. Wahre Transparenz in der Regierungsarbeit, die nur mit einem öffentlichen Chat getoppt werden könnte. Ganz im Sinne derer, die Passwörter für E-Mail und Online-Accounts ebenso verteufeln wie Pay-TV.

Der Spiegel wollte nun nicht auf eine ebensolche Einladung aus dem Weißen Haus warten und startete kurzerhand eigene Recherchen. Mit Erfolg: Private Kontaktdaten der wichtigsten Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump sind im Internet einsehbar, Mobilfunknummern, Mailadressen und Passwörter. Dazu wurden Informationen aus kommerziellen Personen-Suchmaschinen sowie im Netz veröffentlichte, gehackte Kundendaten genutzt. Betroffen sind der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz, US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard und Verteidigungsminister Pete Hegseth. Es fanden sich zu den jeweiligen Telefonnummern WhatsApp-Accounts und für Gabbard und Waltz sogar Profile beim Messenger-Dienst Signal. So könnten feindliche Geheimdienste die Kommunikation der Betroffenen hacken, indem sie deren Endgeräte mit Spähsoftware infizieren.

“Exponierte Daten von Spitzenpolitikern ermöglichen es Angreifern, überzeugende Phishing-Angriffe zu starten und den Zugang zu Geräten und diversen Diensten wie E-Mail, Chat-Tools oder PayPal” zu hacken, sagt Donald Ortmann, Spezialist für Informationssicherheit, Informationsbeschaffung und Social Engineering.

Gabbard, Waltz und Hegseth ließen Anfragen des Spiegel zunächst unbeantwortet. Ob der Spiegel sich inzwischen erfolgreich in den Signal-Chat der US-Sicherheitsberater einloggen konnte, ist noch nicht bekannt.

DL2MC, tnx Info Jörn Krieger

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