Die Geschichte von Motorola
2026-01-16
Etwas reißerisch hat der Youtuber Purdroid sein Video „Warum Motorola wirklich unterging“ betitelt. Doch Motorola ist nicht untergegangen, nur schon längere Zeit, spätestens seit der Einführung des iPhones, kein Funk-Marktführer im Consumerbereich mehr, so wie auch Nokia. Doch wieso heißt das Unternehmen überhaupt Motorola und womit wurde es erfolgreich?
1928 gründeten die Brüder Paul und Josef Galvin die Galvin Manufactoring Corporation mit fünf Mitarbeitern. Ihr erstes Produkt war ein „Batterieeliminator“ für die ersten durchweg batteriebetriebenen Radios jener Zeit – also ein Netzteil, mit dem die Geräte am Lichtnetz angeschlossen werden konnten, statt teure Batterien zu benötigen. Es folgte das erste kommerziell erfolgreiche Autoradio – und deshalb der neue Firmenname Motor-ola für ein Audiogerät in einem Automobil.
Im II. Weltkrieg entwickelte Motorola dann das erste tragbare „Walkie-Talkie“ – noch in Tornistergröße, doch im Feld ohne weitere Funk-Kenntnisse einsetzbar. 1969 übertrug Motorola-Technik Neil Armstrongs erste Worte auf dem Mond zur Erde.
1983 kam dann das heute noch bekannteste Motorola-Produkt, der „Knochen“. Das erste „Handy“. Beides Begriffe, die nur in Deutschland bekannt wurden, als das Gerät für die neuen D-Netze 10 Jahre später als Motorola 3200 auf den Markt kam, doch für die US-amerikanischen Analog-Mobiltelefonnetze als Dynatac 8000 X eben schon 1983. Trotz eines Preises von 4000 US-Dollar, gerade einmal Speicher für 30 Rufnummern und nur 35 Minuten Sprechzeit verkaufte Motorola schon im ersten Jahr 300.000 Geräte. Später folgten das Microtac als erstes Handy mit Klappe und dann das nicht nur sprachlich, sondern auch optisch an den Communicator aus Startrek angelehnte Startac, das erste Klapphandy. 2004 folgte das Razor V3, mit einem dünnen Metallgehäuse. Hiervon wurden 130 Mio. verkauft.
Iridium, das Satelliten-Telefonnetz, folgte. Es existiert zwar noch heute, war aber zunächst ein wirtschaftliches Desaster, ein Milliardengrab, das Motorola stark belastete. Das 2005 in Zusammenarbeit mit Apple vorgestellte Rokr iTunes Phone war ebenfalls kein Erfolg, sondern erst das iPhone von 2007, an dem Motorola aber nicht mehr beteiligt war. Das Rokr konnte nämlich nur 100 Songs speichern und benötigte zu deren Aufspielen mit iTunes eine geschlagene Stunde.
Google kaufte Motorolas Handysparte, doch nur der zahlreichen Mobilfunkpatente wegen. Ohne diese verkaufte Google sie dann wieder an Lenovo. Die im Konzern verbliebenen Profi-Funkgeräte von Motorola sind dagegen auch heute noch erfolgreich und für hohe Qualität bekannt.
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