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KI: Wie man sein Gesicht verliert

2025-05-05

Wenn man im Internet für eine Ware oder Dienstleistung nichts bezahlen muss, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man selbst die Ware ist und mit seinen Daten zahlt. Das gilt seit jeher für mehr oder weniger dubiose Gewinnspiele, aber auch für die diversen sozialen Netzwerke – und auch für die neuen Text- und Bildgeneratoren, die auf künstlicher Intelligenz beruhen. Auch diese müssen zunächst mit Daten gefüttert – „trainiert“ – werden, um dann in Nullkommanichts auf einfache Vorgaben beeindruckende Ergebnisse ausspucken zu können.

In der Vergangenheit haben die KI-Betreiber dazu meist ohne Einverständnis der Betroffenen Webseiten, Bücher und Bilderdatenbanken geplündert und so die Kreativität von Autoren, Grafikern, Fotografen und anderen Künstlern ausgenutzt.

Der aktuelle Trend ist es jedoch, die teils zahlenden Kunden gleich selbst anzuzapfen und die Trainingsdaten von diesen direkt anzufordern. Dazu werden einerseits „virale Trends“ in Social Media angezettelt, wie aktuell den, von sich selbst eine „Action Figur“ erzeugen zu lassen. Dafür ist dann aber das eigene Gesicht notwendig, das dann der KI als Trainingsdaten dient und auch dazu führen kann, dass sich leicht Fake-Fotos und -Videos mit dem eigenen Gesicht erzeugen lassen. Über diese Gefahr schreibt Techradar hier. Neu ist das Prinzip nicht, zuvor boten Webseiten an, das eigene Gesicht in 30 Jahren darzustellen, wozu man natürlich auch eben jenes zuvor hochladen musste, oder Seiten wie "Nametests", die Spielchen anbieten, für die man die eigenen Daten zur Verfügung stellen muss.

Die andere Gefahr sind soziale Netzwerke, die direkt von den KI-Systemen betrieben und gesteuert werden. Muss man sich bei den heutigen Systemen schon Gedanken machen, wozu die eingegebenen Daten missbraucht werden können, was sich im Allgemeinen noch auf personalisierte Werbung beschränkt, würden diese zukünftig dann mit jeder Interaktion, mit jedem Post die KI „füttern“ und schlauer machen. Davor warnt aktuell „TheVerge“ – Elon Musks KI „Grok“ will dies als erstes nutzen, nun soll OpenAI („ChatGPT“) nachziehen und Meta (Facebook, Instagram) hat auch bereits begonnen, seine KI mit den Daten aus den sozialen Netzwerken zu trainieren, falls man nicht widerspricht.

Wir sind also selbst schuld, wenn wir der KI alles über uns verraten und sie uns dann perfekt imitieren kann.

DL2MCD

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