Kriegsschiff durch Funk-Trojaner geortet
2026-07-27
Ein Marineschiff im Wert von 500 Mio. € wurde mit einem Fünf-Euro-Gadget, einer Postkarte und zwei Briefmarken geortet. Glücklicherweise nicht von einem Angreifer, der Marschflugkörper losschickte, sondern „nur“ von einem Journalisten des niederländischen Regionalsenders Omroep Gelderland.
Die niederländische Evertsen hat die Aufgabe, einen französischen Flugzeugträger vor Raketenangriffen zu schützen. Informationen über den Standort der Evertsen sind daher äußerst sensibel: Als ein französischer Soldat vor einigen Wochen versehentlich den Standort des Flugzeugträgers über die Sport-App Strava preisgab, war das eine große Nachricht.
Omroep Gelderland konnte die Position der Evertsen dank eines Bluetooth-Trackers ausfindig machen. Diese sind dazu gedacht, beispielsweise seine Schlüssel wiederzufinden. Doch wie kam der Tracker mit der Postkarte aufs Schiff? Dank der Militaire Post Organisatie, der eigenen Poststelle des Verteidigungsministeriums, die es Soldaten ermöglicht, mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. Das Verteidigungsministerium hat dafür spezielle Anweisungen online gestellt, die für jeden leicht zu finden sind.
Das Verteidigungsministerium überprüft, ob per Post verbotene oder gefährliche Gegenstände verschickt werden. Auf Videos, die das Ministerium online gestellt hat, ist zu sehen, dass alle Pakete durch einen Röntgenscanner laufen.
Aus diesen Informationen ging jedoch auch hervor, dass Briefumschläge nicht gescannt werden. Deshalb wurde der Tracker an der Postkarte nicht entdeckt. Er funkte noch 24 Stunden nach Eintreffen auf dem Schiff.
Bei Trojanern denkt man inzwischen an eine E-Mail mit bösartigem Anhang, der jedoch vom Empfänger geöffnet und aktiviert werden muss, um wirksam zu werken. An einen nicht digital, sondern analog versandten Peilsender, der auch ohne weitere Aktion des Empfängers sein Werk verrichtet, hatte das Militär nicht gedacht.
Nun wurden an Soldaten verschickte Glückwunschkarten mit Batterien verboten.
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