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Warum sieht man in Natriumdampflicht keine Farben?

2025-10-13

Quecksilbernieder- und Hochdruckdampflampen haben in Kombination mit Leuchtstoffen, die UV-Licht in sichtbares Licht wandeln, lange die Straßenbeleuchtung dominiert. Die Quecksilberniederdruckdampflampen wurden im Alltag oft fälschlich als „Neonröhren“ bezeichnet (richtig: Leuchtstofflampen) und fanden sich auch im Haushalt als allerdings oft wenig geliebtes Licht. Die Quecksilberhochdruckdampflampen wurden ebenfalls in der Straßenbeleuchtung genutzt und ermöglichten es, diese kleiner zu bauen, auf Kosten eines etwas geringeren Wirkungsgrads. Aufgrund der hohen UV-Anteile waren sie aber auch als Insektenfallen bekannt.

Letztere Lampentypen werden heute durch LED-Systeme ersetzt, die höhere Wirkungsgrade und längere Lebensdauer bieten, dazu ein insektenfreundlicheres Spektrum – und die Freiheit von Quecksilber. Aus letzterem Grund sind Quecksilberdampflampen beider Typen auch mittlerweile aus dem Handel verschwunden – trotz Recycling wurde das Quecksilber regelmäßig durch Glasbruch freigesetzt.

Doch es gab auch ein System ohne diese Probleme: Die Natriumdampf-Nieder- und mit Einschränkungen auch Hochdrucklampen. Diese funktionierten technisch ziemlich ähnlich zu den Quecksilbersystemen, nur eben mit Natrium- statt Quecksilberdampf. Dieser emittiert nicht im UV-Bereich, sondern direkt mit einer Spektrallinie im orangen sichtbaren Licht. Damit sind diese Lampen weniger giftig und ihr Wirkungsgrad ist durch die nicht notwendige Wandlung über Leuchtstoffe weit höher und erreicht ohne weiteres den von LEDs. Auch Insekten werden von ihnen nicht weiter gestört und im Nebel sieht man mit dem tieforangen Licht sogar besser als mit Weißlicht.

In den Hochdrucktypen ist allerdings auch Quecksiber enthalten, in Form von Natriumamalgam statt reinem Natrium. Dies erleichtert den Start, macht das Spekturum etwas weniger monochromatisch, führt allerdings auch zu UV-Anteilen im abgestrahlten Licht und zur Problematik der Giftigkeit. Auch diese Lampen werden heute kaum mehr verwendet, dürfen aber aktuell bis 2027 noch produziert werden.

Allerdings ist das Licht insbesondere der eiffizienteren und ungiftigen Niederdrucktypen auf diese eine orange Spektrallinie beschränkt – nicht ganz so extrem wie bei Lasern, doch lassen sich in ihrem Licht keine Farben erkennen, weil es eben nur noch diesen einen orangen Farbton der Spektrallinien bei 589 nm gibt. In diesem Video wird die Technik der Natriumdampflampen erklärt, die doch einige Spezialitäten enthält. So wurde auch Quarzglas von Natriumdampf angegriffen und es musste erst Borosilikatglas entwickelt werden, um einen sicheren Betrieb zu ermöglichen. 1932 brachte dann Philips die ersten Natriumdampflampen auf den Markt.

DL2MCD

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