Optische Telegrafie – Semaphorentag 2025
2025-08-17
Claude Chappe stellte 1791 in Frankreich erstmals seinen optischen Telegrafen vor. An jeder Telegrafenstation befand sich ein Signalmast mit Flügelarmen. Hinter einer bestimmten Flügelstellung verbarg sich ein vereinbarter Buchstabe oder eine Zahl. Zwischen den Stationen musste Sichtverbindung bestehen. Größere Entfernungen erforderten zusätzliche Relaisstationen. Die Nachrichten wurden vor der Übertragung codiert und anschließend zeichenweise von Stationen zu Station übermittelt.
Ab Mai 1813 konnte auch Mainz über die neu errichtete Linie Metz – Mainz aus dem französischen Telegrafennetz erreicht werden. Nach nicht einmal einem Jahr endete der Betrieb abrupt, denn preußische Truppen erreichten am 1. Januar 1814 Bad Kreuznach und unterbrachen dort die Telegrafenlinie. In Preußen selbst dauerte es noch bis zum Jahr 1833, ehe die optische Telegrafenlinie Berlin – Köln – Koblenz vollständig in Betrieb gehen konnte. Sie wiederum wurde 1849 durch eine elektrische Telegrafenverbindung abgelöst.
Der Ortsverband Mainz des DARC e.V., DOK K07, plant am 24.8. einen Semaphoren-Tag. In Erinnerung an die ehemalige optische Telegrafenlinie Metz – Mainz sollen 23 Standorte mit Bezug zur Trassenführung temporär mit Amateurfunkstationen besetzt werden. Von Station zu Station wird dann per UKW-Handfunkgerät eine Nachricht von Mainz nach Metz übermittelt.
Da sich die Standorte teilweise an exponierten Punkten befinden, besteht durchaus eine Chance, dieses Experiment auch von weiter entfernten Empfangsorten zu verfolgen. Es ist zwar keine spezielle Beteiligung von Höramateuren vorgesehen, aber das Organisationsteam um Wolfgang, DF7PN, und Thomas, DL7FBT, wird sich sicher darüber freuen, wenn ergänzend zur Veranstaltung auch noch Empfangsberichte eingehen. Aktuelle Informationen zum Projektstand sind hier zu finden.
Andreas Wellmann, DL7UAW
Red. FA


