Vom Beton- zum Stahl-Funkturm
2026-04-28
Die Funk- und Fernsehtürme aus Beton mit Geräteparks und Restaurants in soliden Innenräumen sind eine typisch deutsche und europäische Erfindung, die mit dem Stuttgarter Fernsehturm 1956 begann. In den USA finden sich dagegen eigentlich nur Stahlgitter-Sendemasten mit den technischen Einrichtungen in Gebäuden am Boden. Auch in Europa war dies neben Holzmasten in den frühen Jahren die verbreitetste Technik, um Funk- und Sendemasten zu bauen — und wird sie nun auch wieder.
In diesem Video mit Innenaufnahmen aus einem solchen alten Fernsehturm in Polen wird gezeigt, wie dort die Betontürme der 1960er- und 1970er-Jahre mittlerweile abgerissen werden, weil die Richtfunktechnik jener Jahre heute kaum noch genutzt wird und Glasfaserleitungen weit effizienter sind. Für Rundfunk, Mobilfunk und Fernsehen stellen dagegen die Stahltürme in den meisten Fällen die weit günstigere Technik dar — auch deshalb, weil heute die Türme meist unbemannt ferngesteuert betrieben werden.
Zudem mag ein Betriebsraum, der nicht am Boden, sondern in schwindelnder Höhe verbaut ist, zwar eine schöne Aussicht bieten, die aber mitten im Wald für touristische Zwecke oder ein Restaurant uninteressant ist. Solch ein Betriebsraum ist auch für Personen ohne Schwindel oder Klaustrophobie wesentlich anstrengender und zeitraubender zu erreichen als einer am Boden: Einen Fahrstuhl gibt es nur in wenigen Funktürmen und so gut wie nie in jenen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind und rein technische Funktionen erfüllen.
DL2MCD
Überarbeitung: Red. FA/-rd


