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Freitag, 23. Januar 2026
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Editorial FUNKAMATEUR 2/2026


Vorsorge tut Not

Die permanente Verfügbarkeit von Strom ist selbstverständlich geworden –  Kommunikation ebenso. Ein Knopfdruck genügt, und das Licht geht an, Informationen fließen, Hilfe ist erreichbar. Gerade deshalb trifft uns der Ausfall dieser Systeme oft völlig unvorbereitet. Ob durch Unwetter, technische Defekte, Sabotage, Cyberangriffe oder Überlastung kritischer Infrastruktur – Stromausfälle und der Zusammenbruch von Kommunikationsnetzen sind keine abstrakten Katastrophenszenarien mehr, sondern reale Risiken moderner Gesellschaften. 

Gerade der jüngste Anschlag auf Teile des Berliner Stromnetzes, der zum längsten Stromausfall seit Ende des Zweiten Weltkriegs führte, hat gezeigt, wie dramatisch die Auswirkungen sind, wenn großflächig Tausende Haushalte sowie Krankenhäuser und Altenheime bei frostigen Temperaturen tagelang ohne Strom sind.

Individuelle Vorsorge ist daher kein Ausdruck von Panik, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Wer vorsorgt, rechnet nicht unbedingt mit dem Schlimmsten, sondern akzeptiert, dass Komplexität auch Verwundbarkeit bedeutet. Unsere hochvernetzten Systeme sind effizient, aber sie reagieren empfindlich auf Störungen. Fällt der Strom aus, funktionieren Heizungen, Wasserpumpen, Kassensysteme und oft auch Mobilfunknetze nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr. Informationen sind dann Mangelware, Orientierung wird schwierig, die Unsicherheit wächst. In solchen ­Situationen entscheidet Vorbereitung über Handlungsfähigkeit.

Vorsorge beginnt nicht mit dem Kauf teurer Ausrüstung, sondern im Kopf. Die zentrale Frage lautet: Was brauche ich, um einige Stunden oder Tage ohne Strom und digitale Kommunikation überbrücken zu können? Dazu gehören grundlegende Dinge wie Lichtquellen, Batterien, ein netzunabhängiges Radio, ausreichend Trinkwasser und haltbare Lebensmittel. Ebenso wichtig sind einfache analoge Hilfsmittel: eine Taschenlampe statt der Smartphone-Leuchte, eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier, Bargeld für den Fall, dass Kartenzahlungen nicht mehr möglich sind und ein PMR446- oder CB-Funkgerät, mit dem man auf den Notfunkkanälen Verbindung zu anderen herstellen kann.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Kommunikation im privaten Umfeld. Wer informiert wen? Wo trifft man sich, wenn Mobiltelefone nicht funktionieren? Klare Absprachen innerhalb von Familien, Nachbarschaften oder Hausgemeinschaften schaffen Sicherheit. Auch das Wissen um lokale Anlaufstellen – Feuerwehr, Gemeindezentren, Notunterkünfte – kann im Ernstfall entscheidend sein. Vorsorge ist damit immer auch eine soziale Aufgabe.

Kritisch ist zudem die Abhängigkeit von Echtzeitinformationen. Viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie sich ohne Navigations-Apps orientieren oder ohne Online-Nachrichten informieren sollen. Medienkompetenz schließt deshalb auch die Fähigkeit ein, Informationen aus unterschiedlichen, notfalls analogen Quellen beziehen und Gerüchte von verlässlichen Hinweisen unterscheiden zu können. Ein Radio mit Kurbel oder Batterien ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein Instrument moderner Resilienz.

Individuelle Vorsorge ersetzt nicht die Verantwortung von Staat und Infrastrukturbetreibern, sie ergänzt sie. Robuste Gesellschaften entstehen dort, wo institutionelle Maßnahmen auf vorbereitete Bürgerinnen und Bürger treffen. Wer vorbereitet ist, bleibt ruhiger, belastet Rettungskräfte weniger und kann unter Umständen sogar anderen helfen. Vorsorge stärkt damit nicht nur die eigene Sicherheit, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Am Ende geht es um eine Haltung: weg von der Illusion permanenter Verfügbarkeit, hin zu realistischer Gelassenheit. Strom und Kommunikation werden weiterhin zuverlässig sein – aber nicht garantiert. Sich auf Probleme einzustellen, ist kein Misstrauen gegenüber dem Fortschritt, sondern ein vernünftiger Umgang mit ihm. Individuelle Vorsorge ist kein Rückschritt, sondern ein Zeichen von Mündigkeit in einer verletzlichen, vernetzten Welt.

Und dass wir Funkamateure immer in der Lage sein sollten, längere Zeit auf den Notfunkfrequenzen betriebsbereit zu sein, versteht sich von selbst.

Peter Schmücking, DL7JSP


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